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Das Passivhaus als Fertighaus

Es lohnt sich heute mehr denn je, beim Erwerb eines Eigenheims in Energiesparma√ünahmen zu investieren. Lesen Sie hier, was Sie √ľber das Passivhaus und sein Energie-Konzept wissen sollten.

Passivhäuser werden mit steigenden Energiepreisen immer beliebter

Über Passivhäuser sind im Netz unzählige Informationen zu finden. Und mittlerweile werden sie von einer beachtlichen Zahl von Herstellern angeboten. Doch was genau ist denn nun eigentlich ein Passivhaus? Wir werden nicht einen weiteren Versuch unternehmen, Ihnen das Passivhaus anhand einer mehrere Seiten umfassenden und mit Wertetabellen, technischen Fachbegriffen und physikalischen Berechnungsmethoden gespickten Abhandlung näher bringen zu wollen, die, wie wir feststellen mussten, dann auch von vielen Fachleuten nicht wirklich verstanden wird.

Nein, wir wollen an dieser Stelle versuchen, Ihnen in möglichst einfacher und allgemein verständlicher Form zu erklären, was ein Passivhaus ist, wie es funktioniert und welchen konkreten Nutzen Sie als Bauherr aus dieser energiesparenden Hausform ziehen können.


Der Energiebedarf in einem Wohngebäude

Um die Funktions- und Wirkungsweise eines Passivhauses zu verstehen macht es Sinn, sich den Energieverbrauch in einem Wohnhaus ganz allgemein vor Augen zu f√ľhren.
Energie wird verbraucht,

  • um durch ein behagliches Wohnklima und erw√§rmtes Brauchwasser eine angemessene Wohn- und Lebensqualit√§t zu erzeugen.
  • f√ľr den Betrieb von Haushaltsger√§ten und in zunehmen-dem Ma√ü auch von Kommunikationseinrichtungen, sowie f√ľr technische Anlagen.


Aus diesen Werten leitet sich die "Taktik" jeder Energiesparmaßnahme und damit auch die des Passivhauses quasi wie von selbst ab: Da, wo der höchste Energieverbrauch stattfindet, kann auch am meisten eingespart werden.



Definition des Begriffs "Passivhaus"

Der Begriff Passivhaus beschreibt nicht eine bestimmte Bauweise oder Gebäudeform, sondern einen mehr oder weniger genau definierten Baustandard. Grundsätzlich könnte also jedes beliebige Haus als Passivhaus konstruiert und gebaut werden. Sogar bestehende Gebäude können zu einem Passivhaus umfunktioniert werden.

Der von Dr. Wolfgang Feist definierte Standard beschreibt, wie die Energieeffizienz und das Energieverhalten eines Hauses beschaffen sein mu√ü, damit es zu einem Passivhaus wird. Die Kernaussage dieser Definition besagt, da√ü ein Passivhaus ohne eigenes aktives Heizsystem dauerhaft betrieben werden kann, ohne da√ü dessen Bewohner auf den √ľblichen Komfort verzichten m√ľssen.



Die "Energie-Taktik" des Passivhauses

Um das durch die Definition vorgegebene Ziel zu erreichen ist eine ausgefeilte Taktik erforderlich, die grundsätzlich auf zwei Säulen basiert:

Der Energieeinsparung durch Vermeidung unnötigen Energieverbrauchs mittels

  • m√∂glichst kompakter Geb√§ude-Bauform
  • sehr guter W√§rmed√§mmung und Luftdichtheit der Au√üenh√ľlle
  • vermeiden von K√§ltebr√ľcken, besonders an Fenstern und T√ľren

Der Energiegewinnung durch Nutzbarmachung von Passivenergien mittels

  • effizienter Nutzung von Solarenergie
  • wiederholte Nutzung bereits vorhandener Energie durch W√§rmer√ľckgewinnung
  • Nutzbarmachung sonstiger Passivenergien



Die Energieeinspar-Maßnahme "Kompakte Bauform" beim Passivhaus

Passivhaus als Fertighaus - Passivhaus-Bauform

Das Prinzip der kompakten Bauform l√§√üt sich am anschau-lichsten anhand einfacher geometrischer K√∂rper erkl√§ren. Beide der abgebildeten "Haus"-K√∂rper haben das gleiche Volumen (Rauminhalt) von 1.000 m¬≥. Der W√ľrfel hat dabei eine "g√ľnstigere" Oberfl√§che von 600 m¬≤. Die rechteckige Form hat dagegen eine "ung√ľnstigere" weil gr√∂√üere Oberfl√§che von 644 m¬≤. Bei gleichem "umbauten Raum" kann die W√ľrfelform demnach effizienter und auch kosten-g√ľnstiger gegen die W√§rmeenergie-Verluste √ľber die Geb√§ude-Au√üenh√ľlle gesch√ľtzt werden.



Die Energieeinspar-Maßnahme "Wärmedämmung" beim Passivhaus

Der Querschnitt durch die bis zu 60 Zentimeter starke Passivhauswand zeigt ein Beispiel f√ľr deren Aufbau. Allein die W√§rmed√§mmung ist zwischen 25 und 40 Zentimeter dick. In ebenfalls ged√§mmte Rahmen sind sogenannte "Superfenster" mit Dreifachverglasung absolut luftdicht eingesetzt. Die Rahmen werden nahtlos in die Ebene der D√§mmschicht der Wand eingebunden und oft an der Au√üenseite mit einer zus√§tzlichen √úberd√§mmung versehen, um Anschlussverluste und W√§rmebr√ľcken zu vermeiden. Die W√§rmeverluste an den Fenstern k√∂nnen so um bis zu 70% im Vergleich zu normalen Fenstern reduziert werden.

Das Thermografie-Foto verdeutlicht bildhaft und eindrucks-voll die Wirkungsweise hocheffizienter W√§rmed√§mmung an Geb√§uden. Die Geb√§udeh√ľlle des Mehrfamilienhauses auf der rechten Bildseite wurde bereits inklusive der Fenster nach Passivhauskriterien abgedichtet und ged√§mmt. Das baugleiche Geb√§ude dahinter, das auf der linken Bildh√§lfte hinter den B√§umen sichtbar ist, ist alte Bausubstanz nach den Richtlinien von 1984. Am rechten Bildrand ist eine Skala eingebunden, auf der die Temperatur f√ľr jede Farbe des Bildes abgelesen werden kann. Die Energieverluste des alten Geb√§udes sind gut erkennbar und drastisch h√∂her.



Die Energiegewinn-Maßnahme "Solarenergie-Nutzung" beim Passivhaus

Der einfachste Weg die Sonnenenergie effektiv zu nutzen besteht in der S√ľdausrichtung des Hauses und dem Hauptanteil der Fensterfl√§chen. Die hochwertigen Fenster wirken wie ‚Äěpassive‚Äú Sonnenkollektoren, die gerade im Winter mehr Sonnenenergie in das Geb√§ude lassen, als sie W√§rme nach au√üen abgeben. Im Sommer dagegen, wenn die Sonne im S√ľden hoch steht, reflektieren sie den √ľberwiegenden Teil der Strahlung. Die "aktive" Erg√§nzung hierzu besteht in Thermo-Solaranlagen zur kosteng√ľn-stigen Warmwasserbereitung und in Photovoltaik-Anlagen, mit denen Strom erzeugt wird.


Die Energiegewinn-Ma√ünahme "W√§rmer√ľckgewinnung" beim Passivhaus

Passivhaus als Fertighaus - W√§rmer√ľckgewinnung und L√ľftung der Passivh√§user vergr√∂√üerbar

Besch√§ftigt man sich mit der Energieeinsparung in Wohngeb√§uden, so st√∂√üt man fr√ľher oder sp√§ter zwangs-l√§ufig auf ein echtes Dilemma. Die Erfordernis, aus hygienischen und gesundheitlichen Gr√ľnden permanent zu l√ľften und das Ziel, das Wohngeb√§ude soweit irgend m√∂glich abzudichten, um die W√§rmeenergie im Geb√§ude zu halten, stehen in krassem Widerspruch zueinander. Die Grafik verdeutlicht dieses Thema. Die Aufgabenstellung, die aus diesem Problem resultiert, ist alles andere als banal und ist nur durch eine technische Einrichtung zu l√∂sen, die in "normalen" Wohngeb√§uden eher selten anzutreffen ist.


Eine L√ľftungsanlage, die ununterbrochen f√ľr ausreichende Frischluftzufuhr sorgt, ist leicht zu realisieren. Die Anforderung jedoch, dabei so viel W√§rmeenergie wie m√∂glich f√ľr das Wohngeb√§ude zu erhalten, kann nur durch den Einsatz der innovativen Technologie der W√§rmer√ľckgewinnung erf√ľllt werden. In die L√ľftungsanlage wird ein sogenannter Kreuzstrom-W√§rmetauscher eingebunden, der in Kombination mit moderner Regelungs-Elektronik zum gew√ľnschten Ergebnis f√ľhrt. Die animierte Grafik veranschaulicht das Wirkprinzip eines solchen W√§rmetauschers in vereinfachter Form.

W√§rmer√ľckgewinnung im Passivhaus - Fertighaus

Das Innere der W√§rmetauscherkammer besteht im wesentlichen aus dicht nebeneinander gesetzten Platten aus hochw√§rmeleitf√§higem Material. Die warme Abluft umstr√∂mt die eine Seite der Platten, die k√ľhle Au√üenluft wird auf der anderen Seite entlang geleitet. Zwischen den beiden Luftstr√∂men findet ein Austausch an W√§rmeenergie statt. Zus√§tzlich kann die Au√üenluft im Winter in einem weiteren W√§rmetauscher durch das Erdreich auf 5¬įC vorgew√§rmt werden, bevor sie der L√ľftungsanlage zugef√ľhrt wird. Ein erfreulicher "Nebeneffekt" dieser Technologie ist allergikerfreundliche Luft im Haus, da der Gro√üteil an Staub und Pollen aus der Raumluft herausgefiltert wird.


Die passive Nutzung sonstiger Energien beim Passivhaus

Wenn alle bereits beschriebenen Ma√ünahmen fachgerecht realisiert sind, welche Energien gibt es denn dann noch "passiv" zu nutzen? Um sich diese Frage zu beantworten, mu√ü man sich das Gesamtkonzept "Passivhaus" vor Augen f√ľhren. Das Passivhaus ist im Vergleich zu normalen H√§usern so gut isoliert, ged√§mmt und abgedichtet, da√ü sogar die abgegebene W√§rmeenergie von Haushaltsger√§ten und den Bewohnern die Energie-Bilanz me√übar verbessert.

Zus√§tzlich aufger√ľstet werden kann ein Passivhaus mit W√§rmepumpen, die der Umgebungsluft oder dem Grundwasser Energie entziehen und f√ľr das Geb√§ude nutzbar machen. Sofern √ľberhaupt Verbrennungsanlagen zu Heizzwecken Anwendung finden, wird angestrebt, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu vermeiden. Die Alternative hierzu sind erneuerbare Energietr√§ger wie Holz, das in Form von Holzpellets sogar in modernen Kamin√∂fen genutzt werden kann.



Der Energieverbrauch im Passivhaus im Vergleich

Die Vorgabe f√ľr das Passivhaus besagt, da√ü es maximal 15 kWh pro Quadratmeter pro Jahr an Heizenergie verbrauchen darf. Um diese Angabe etwas plastischer zu machen: 15 kWh entsprechen etwa dem Verbrauch von 1,5 Litern Heiz√∂l. Das Diagramm zeigt diesen Verbrauchswert im Vergleich mit anderen Haustypen. Der Wert f√ľr Alt- oder Bestandsbauten fehlt hier, weil er die Tabelle "sprengen" w√ľrde, denn er liegt beim bis zu dreifachen Wert des Hauses nach der WSchV von 1984.

Haustyp Wert kWh/(m²a) Energiebedarf
Haus nach der Wärmeschutz-Verordnung von 1984 30 Warmwasser
150 Heizung
180 Primärenergie
Niedrig-energiehaus
nach EnEV
30 Warmwasser
70 Heizung
100 Primärenergie
KfW-60 Haus 20 Warmwasser
40 Heizung
60 Primärenergie
KfW-40 Haus 10 Warmwasser
30 Heizung
40 Primärenergie
Passivhaus 8 Warmwasser
15 Heizung
23 Primärenergie
Null-Heiz-energiehaus 8 Warmwasser
0 Heizung
8 Primärenergie
Null-Energiehaus 0 Warmwasser
0 Heizung
0 Primärenergie



Passivhaushersteller

Eine alphabetische Übersicht aller Fertighaushersteller, die Passivhäuser in Fertigbauweisen anbieten, finden Sie im Passivhaushersteller-Verzeichnis.


Informationen zum Passivhaus im Netz

Ziel dieses Beitrags war es, Ihnen das Passivhaus durch einige leicht verständliche Beschreibungen etwas näher zu bringen. Genaue und detaillierte Informationen zum Passivhaus und zur Energieeinsparung finden Sie auf folgenden Websites:

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